Tanzgeschichte


pharaotanz
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Kleidung

Am erstaunlichsten fand ich eine Abbildung einer kleinen Bronzefigur, die man in Jütland ausgegraben hat. sie stellt eine "Tänzerin" dar, die sich rücklings in die Brücke beugt. Sie trägt nur einen kurzen Schnurrock und sieht einer Tänzerin aus der pharaonischen Zeit sehr ähnlich.



bronzefigur









    Die Grafik ist aus dem Buch "Die Frau in der Vorgeschichte" von Margaret Ehrenberg     Dieses Bild ist aus "Gärten der Liebe" - Lyrik aus der Zeit der Pharaonen


Auch fand man in Jütland Gräber mit sehr gut erhaltenen jungen Frauenleichen. Erstaunlich ist deren Bekleidung - ein kurzes, gewebtes, bauchfreies Top und ein Rock der aus lauter Schnüren bestand, ähnlich einem kurzen Hula-Rock. An den Enden der Schnüre waren z. T. Bronzeröhrchen, -scheibchen und andere Anhänger befestigt. Die Archäologen der Ausgrabungen waren ziemlich empört, über diese "unschickliche" Bekleidung, zumal keine Unterwäsche getragen wurde.

Hier nun ein wörtliches Zitat über o. g. Fund aus "Die Germanen - Legende und Wirklichkeit von A - Z Ein Lexikon zur europäischen Frühgeschichte"

"Besonders sensationell wirkte der Fund von Egtved im südlichen Jütland: man fand in einem Baumsarg die Leiche einer weiblichen Person, eines jungen Mädchens von 15 Jahren, die jedoch keineswegs auf so züchtige Weise gekleidet war, wie dies die Apostel der nordischen Sittenstrenge so gerne gesehen hätten. an einem sechsmal um den Leib gewickelten Gürtel hing ein Rock aus Hunderten von Schnüren, die in kleinen Bronzekapseln endeten - wie reizvoll dieser >Rock< am qiucklebendigen Körper des Mädchens ausgesehen haben muss, haben sich selbst Archäologen unschwer vorstellen können. Ob es sich um diese Mädchentracht eines bestimmten Stammes oder um nordische Sitte, um ein Tanzkleid oder eine illyrische, also aus dem Osten stammende Mode handelte, wird sich mit Sicherheit erst an neueren Funden klären lassen."

bronzekleid










                                             


Die Grafik ist aus dem Buch "Die Frau in der Vorgeschichte" von Margaret Ehrenberg

Ich glaube, dass diese jungen Frauen rituelle Tänzerinnen waren, die in ihrer Tanztracht beerdigt wurden. Wozu sollte man sonst fransige Röcke mit Glöckchen tragen, wenn diese nicht wie von selbst alle Hüftbewegungen mitmachen und dabei klingen, wie unsere heutigen Bauchtanz-Münz- und Fransengürtel.

Stocktanz

Stocktanz wurde schon zu pharaonischer Zeit von Männern getanzt und hat sich bis heute fast in Reinkultur erhalten. Als "Arbeitstanz" stellen die Tänzer den Alltag der Hirten dar, die Abwehr von wilden Tieren und Viehdieben. Auch als Kampftanz mit akrobatischen Einlagen wird der Stocktanz "Raqs al Assaya" heute noch getanzt. Frauen benutzen den Stock zum Tanzen frühestens seit den 70er Jahren des 20.Jhrd. Ihr Tanz ist koketter, spielerischer aber nicht weniger akrobatisch (s. Fifi Abdou).
Ob Seijdkonas mit ihren Stäben jemals getanzt haben ist nicht überliefert. Aber vielleicht findet sich ein Bezug zum Tanz der Hagazussa mit ihren Hexenbesen auf dem Blocksberg.
Symbol: Der Stock oder Stab symbolisiert das Element Feuer, die Fruchtbarkeit, das Männliche

Säbeltanz

Säbel-, Messer-, Schwerttanz wird heute noch in Saudiarabien und dem Jemen von Männern als ein Kreistanz aufgeführt. Auch in China und Korea gibt es Schwerttänze. Ähnliche Tänze gab es bei den Nordgermanen und Wikingern, dies ist durch Bildsteine dokumentiert.
Angeblich gibt es einen Brauch bei Beduinenhochzeiten, wo die Braut das Schwert des Bräutigams erhält und mit diesem tanzt, um zu zeigen, dass ab nun sie (die Braut) die Trägerin der Ehre ihres Gatten ist. Die einzige Frau, die literarisch als Messertänzerin belegt ist, ist Margiana, die Dienerin Ali Babas aus "Ali Baba und die vierzig Räuber" aus den Erzählungen aus 1001 Nacht. Wann und welche Frau als erste in der Neuzeit mit einem Säbel oder Schwert tanzte ist mir nicht bekannt. Sollte jemand von euch interessierten Leserinnen und Lesern darüber Informationen haben, bitte teilt sie mir umgehend mit.
Symbol: der Säbel oder das Schwert (Athame) symbolisiert das Element Luft, die Intelligenz, das Männliche

Krugtanz


Krugtänze werden von Indien bis Nordafrika von Frauen getanzt. Auf dem Gundestrupkessel ist eine Szene zu erkennen, in der verhüllte Frauen mit Krügen auf dem Kopf in einer Prozession dahinschreiten.
Symbol: der Krug, Kessel, Kelch symbolisiert des Element Wasser, das Gefühl, das Unbewusste, die Verwandlung, das Weibliche

Leuchtertanz

Schon zu Urzeiten wurde um das Feuer getanzt. SchamanInnen haben sicherlich schon früh damit begonnen, mit brennenden Fackeln zu tanzen und ihre magischen Kräfte damit zu demonstrieren, dass sie Feuer geschluckt und über glühende Kohlen gegangen sind. Unsere heutigen Gaukler, Fakire und Straßenkünstler haben alle ihre Wurzeln in diesen alten schamanischen Kunststücken.
Die Erfinderin des heutigen Leuchtertanzes ist Nazla al Adl, die sich einen Kandelaber umbauen ließ, damit sie ihn auf ihrem Kopf balancieren konnte.
Symbol: das Feuer, die Erleuchtung, das Reinigende

Bodentanz

Der Tanz auf dem Boden, der Erde, symbolisiert den direkten Kontakt zur Mutter Erde. "Aus Erde (Staub) bist du und zu Erde wirst du", sagt schon die Bibel und die ist verhältnismäßig jung im Vergleich zur Menschheitsgeschichte.
Plinius berichtete von druidischen und germanischen Priesterinnen, die rituell nackt auf Gräbern zu wilder Trommelmusik ekstatisch tanzten.  Hier zeigt sich die ursprüngliche Bedeutung des Schamanismus - das Herbeirufen der Ahnengeister, um Wiedergeboren zu werden. Dies zeigt auch wieder die Gemeinsamkeit von Leben und Tod.
Im orientalischen Tanz soll der Bodentanz ja angeblich deshalb erfunden worden sein, weil die Beduinenzelte so niedrig sind, dass man darin nicht stehen kann, aber diese Erklärung ist völliger Unsinn, denn der Bodentanz ist mit die älteste Tanzform, die wir Menschen haben.
Symbol: die Erde, die Mutter, der Mutterschoß, das Nährende, das Weibliche, aber auch: das Verschlingende, das Dunkle, der Tod, das Grab

Schleier-/Tüchertanz

Über den Schleier könnte man ein ganzes, wissenschaftliches Kompendium schreiben. Dies ist eine Aufgabe, an der ich schon lange herumdenke, und sie vielleicht irgendwann einmal in Angriff nehme.
Der heutige Schleiertanz ist ein Showtanz, in den USA erfunden, die meisten Bewegungen und Formationen haben daher auch englische Bezeichnungen. Mit Tüchern wird vor allem in der Türkei in Volkstänzen, sowohl von Frauen als auch von Männern, getanzt.
Symbol: die Luft, das Verborgene, Geheimnisvolle


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