Mondkrähe's Nornenfaden

alles, was mit Spinnen und Weben zu tun hat

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Wir sind alle durch den Lebensfaden miteinander verbunden.

Spinnen und Weben sind uralte Techniken, mit denen man aus pflanzlichen (Flachs, Lein, Nessel, Baumwolle, Hanf) und tierischen Fasern (Wolle, Seide, Haar) Gewebe - Textilien - herstellt, aus denen dann Gebrauchsgegenstände (Netze, Säcke, Taschen) und Bekleidung hergestellt wird.

Schon in der Steinzeit wurden aus Gräsern Matten und Tragenetze geflochten. Leider sind Textilien aus einem recht vergänglichen Material, sodass kaum wirklich alte textile Gegenstände erhalten geblieben sind. Doch findet man bei heute noch lebenden steinzeitlichen Wildbeutergesellschaften gute Vergleichsmöglichkeiten.

Über die Jahrhunderte hinweg hat sich bis in die Neuzeit hinein eine weibliche "Spinnkultur" entwickelt, Spinnstuben "Kunkelstuben", in denen die Frauen und Mädchen in den dunklen Wintermonaten zusammen saßen und aus Wolle und Lein Garne spannen. Auch das Weben war in den meisten Kulturen eine rein weibliche Angelegenheit, erst als moderne mehrschäftige Flachwebstühle entwickelt wurden, ging auch diese Tätigkeit in Männerhand über.

Da Fernsehen und Radio sehr neuzeitliche Erfindungen sind, wurde zur Unterhaltung Geschichten, Sagen und Legenden erzählt und Lieder gesungen. Unsere heutigen Ausdrucksweisen "der/die spinnt ja", kommt noch daher. Auch das "Seemannsgarn spinnen" kommt aus den etwas übertriebenen Geschichten, die sich die Seeleute erzählten, wenn sie ihre Fischernetze und Takelagen knüpften und webten.

Die "Urspinnerinnen" sind die drei Nornen - Urd, Verdandhi und Skuld - die den Schicksalsfaden eines jeden Menschen spannen, abmaßen und dann, am Ende seines Lebens, abschnitten. Sie sitzen am Fuße des Weltenbaumes, der Weltenesche Yggdrasil und sind die ältesten Göttinen der nordischen Menschen, älter als die Vanen und die Asen. In allen Zivilisationen rund um den Globus gibt es Märchen und Legenden von kulturbringenden Spinnengöttinnen.

Wer schon einmal eine Handspindel in der Hand gehabt hat und damit eine Weile spann, weiß um die meditative Wirkung dieser Tätigkeit. Schnell kann man in einen leichten Trancezustand geraten und die Brücken zu den verschiedenen Welten betreten. Genauso kann es einem ergehen, wenn man am Webstuhl steht oder sitzt.




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