

Beginnend mit der Weltausstellung 1893 in Chicago, als erstmals orientalische Tänzerinnen in einem arabischen Dorf der Öffentlichkeit präsentiert wurden, hat diese Tanzform die weitere Entwicklung des modernen Tanzes geprägt. Tanzpionierinnen wie Isadora Duncan und Mary Wigman entwickelten Tanzkonzepte, die auf den Bewegungen des orientalischen Tanzes und seiner Ausdrucksmöglichkeiten beruhten. Richard Strauß nahm mit seiner Oper Salomé diesen Tanz auf, indem er seiner Heldin einen ganzen Tanz widmete. In der Folge entwickelte sich ein Salomé-Hype, der so schillernde Persönlichkeiten wie Maud Allan und Mata Hari erst berühmt machte.
In der Zeit von 1920 - 1940 nahm der Jazz Elemente aus der arabischen Musik auf und entwicklete sie weiter. Als lateinamerikanische Rhythmen um die Welt zogen, inspirierten sie große arabische Komponisten zu einer Modernisierung der heimischen Musik und während Hollywood in einem Rausch aus 1001 Nacht die farbenprächstigsten Filme produzierte, traten die ersten ägyptischen Tänzerinnen in diesen Märchenfilmen auf. Die große Zeit des orientalischen Tanzes zog mit Samia Gamal und Tahia Carioca auf.
Mit der Entwicklung der elektrischen und elektronischen Musikinstrumente E-Gitarre und Synthesizer in den 60iger Jahren, veränderte sich auch die arabische Tanzmusik. Pop-, Disco- und Rockrhythmen flossen in die Musik ein. Das in den 40iger Jahren von Hollywood entwickelte Bauchtanzkostüm wurde in Ägypten verboten. Die Tänzerinnen durften fortan nicht mehr bauchfrei tanzen, sondern mussten ein Netz oder Tüll zwischen BH und Gürtel tragen.
In den 80iger Jahren trat die erste Bauchtanzwelle, wiederum von den USA ausgehend, ihren Siegeszug rund um den Globus an und landete in Deutschland, wo im Laufe der Jahre sich eine eigene Stilform entwickelte. Es wurde mehr Wert auf solide tänzerische Ausbildung gelegt und auch Bauchtänzerinnen bildeten sich mit Ballett und Jazzdance weiter. Die arabische Musik glich sich immer mehr der westlichen Popmusik an.
Eine völlig neue Stilrichtung des orientalischen Tanzes begann sich in den 90iger Jahren des letzten Jahrhunderts, wiederum aus den USA kommend, in Deutschland auszubreiten - der American Tribal Style (ATS) und seine Ableger des Tribal-Fusion. In keinem anderen Land außerhalb der USA ist der Tribal auf so fruchtbaren Boden gestoßen wie in Deutschland. ATS ist eine Mischung aus Bauchtanz, indischem Tanz und Flamenco, der in einer Gruppe - einem Stamm - nach bestimmten Bewegungscodes improvisiert getanzt wird. Die Kostüme, obwohl reine Fantasieprodukte, sehen wieder sehr ursprünglich und folkloristisch aus.
Tribal-Fusion als Ableger des ATS geht wieder vermehrt zum choreogrfierten Solo- oder Kleingruppentanz. Die Bewegungen sind binnenkörperlicher, langsamer und extrem ausdrucksstark. Hier fließen weitere Fantasieelemente, wie Gothic, Asia, Hip Hop und Breakdance, Burlesque und das Mittelalter ein, auch werden zum Teil sehr moderne Musiken verwendet.
Als reine Laiengruppe besteht die Bauchtanzgruppe der VHS-Reinbek bereits seit etlichen Jahren, die meisten Tänzerinnen haben bereits Bühnenerfahrungen mit anderen Trainerinnen gesammelt. Seit September 08 unterrichtet sie Mondkrähe - Susanne Lohse und gemeinsam haben wir im Jahr 2009 endlich einen Namen für die Gruppe gefunden: Bani Sawa. Der Name ist ein Wortspiel aus arab. bani = Frauen + Sawa = SAchsenWAld + arab. sawa = der/die/das Gleiche ("die gleichberechtigten Frauen aus Sachsenwald"). Wir haben nicht den Anspruch superprofessionell zu sein, aber mit den wenigen Mitteln, die einer VHS-Gruppe zustehen, eine abendfüllende Show zu veranstalten.